28.12.2012

Einsatz des THW brachte schnelle Gewissheit

Pinneberg/Appen. Am späten Nachmittag des 28. Dezembers 2012 muss ein Mann im Bereich der Brücke Mühlenstraße in den Fluss Mühlenau gestürzt sein. Passanten fanden einen Rollator und andere Gegenstände am Ufer,

FFW Pbg

Pinneberg/Appen. Am späten Nachmittag des 28. Dezembers 2012 muss ein Mann im Bereich der Brücke Mühlenstraße in den Fluss Mühlenau gestürzt sein. Passanten fanden einen Rollator und andere Gegenstände am Ufer, der Besitzer war jedoch verschwunden. Nach einem Notruf über 112 alarmierte die Kooperative Regionalleitstelle Elmshorn um 17:09 Uhr die Freiwillige Feuerwehr Pinneberg, die Sondereinsatzgruppe Taucher der Berufsfeuerwehr Hamburg, die Polizei und den Rettungsdienst mit NEF und RTW. Bereits um 17:23 Uhr forderte Einsatzleiter Uwe Kuhlmann die Unterstützung des THW an: Auf Grundlage des Nachalarmierungsstichworts „THW-Wassergefahren" wurden schwerpunktmäßig Bootsführer und Helfer der Fachgruppe Wassergefahren zur Unterkunft gerufen. Gemeinsam mit den Kameraden anderer Gruppen bereiteten 17 Einsatzkräfte des THW zwei Boote für den Einsatz auf den Flüssen Mühlenau und Pinnau vor. Die Mühlenau mündet noch auf dem Gebiet der Stadt Pinneberg in die Pinnau. Durch den hohen Wasserstand und den gegen 16:30 Uhr erfolgten Tidewechsel wurde auch in Betracht gezogen, dass die Person mit dem ablaufenden Wasser abgetrieben sein könnte. Der Pinneberger Hafen liegt nur rund 600 Meter von der Einsatzstelle entfernt. Dieser, den Helfern sehr vertraute Ort, wurde daher für das zu Wasser lassen und die Ausrüstung der Boote genutzt. Die eigentliche Einsatzstelle konnte so entlastet und die laufenden Suchmaßnahmen konzentriert fortgesetzt werden. Nach einem gemeinsamen Einsatz des ersten Bootes mit den Kameraden der Feuerwehr wurde das zweite Boot gegen 18:05 Uhr zur Suche im Fluss Richtung Uetersen in Marsch gesetzt. Mit schneller Fahrt ging es flussabwärts durch die Dunkelheit. Die drei erfahrenen Kameraden berichteten später, dass neben der Hoffnung auch die Sorge mit an Bord war: Würde man diesmal Erfolg haben? Die Helfer des THW haben immer wieder Personensuchen unterstützt, auch auf den Flüssen Elbe und Pinnau. Meist erfolgten diese Einsätze aber mit großem zeitlichem Abstand zum Unglück. Das war heute anders: Die Feuerwehr Pinneberg hatte das THW sofort nach Feststellung der Lage hinzugerufen und so bestand eine gute Chance, die vermisste Person zu finden. Dass der Mann nach über einer Stunde im kalten Wasser der Pinnau noch leben würde, wäre ein besonderes Glück zum Jahresende gewesen. Ungefähr drei Kilometer unterhalb der Mündung der Mühlenau in die Pinnau holte die Besatzung einen in der Flussmitte treibenden, leblosen Körper ein. Die Übernahme auf die Schaufeltrage erfolgte routiniert und dann wurde das Boot in der Feldmark von Appen ans Ufer gesteuert. Die ortskundigen Helfer wussten, dass hier Feldwege bis auf zweihundert Meter an das Ufer heranführen, so dass die Bergung hier erfolgen könnte. Per Handy-App wurde der aktuelle Standort metergenau an den Gruppenführer und den Fachberater in der gemeinsamen Einsatzleitung übermittelt, damit die weiteren Maßnahmen geplant werden konnten. Nach Rücksprache mit der Polizei und der Freiwilligen Feuerwehr Appen wurde es dem THW aufgetragen, die Kriminalpolizei bei ihren weiteren Aufgaben zu unterstützen und den Leichnam dem hinzugerufenen Bestatter zuzuführen. Das THW übernahm den Auftrag und teilte seine Mannschaften neu auf. Die 1 Bergungsgruppe übernahm es mit ihrem GKW I den Leichnams über den Landweg zu bergen und die Fachgruppe kümmerte sich um die Rückholung der Boote mit ihrem LKW-Ladekran. Zwischen Pinneberg und Uetersen können die Boote des THW nicht aus dem Wasser geholt werden. Die Fahrt musste schnell fortgesetzt werden, damit noch genug Wasser im Tidefluss sein würde, um den rund sieben Kilometer flussabwärts liegenden Stichhafen Uetersen zu erreichen, ohne auf Grund zu laufen. An der Einsatzstelle an Land wurde Licht aufgebaut, der Weg in die Feldmark wurde markiert und Lotsen für die Polizei und den Bestattungsunternehmer eingesetzt. Ein Medienvertreter kam an diese Einsatzstelle. Mit Ausrüstung vom GKW I konnte die Kriminalpolizei bei Ihren Ermittlungsaufgaben auf den überfluteten Wiesen unterstützt werden und die vorhandene Rettungsausrüstung des THW bewährte sich. Etwa 90 Minuten nach der Meldung „Person gefunden!" war der Auftrag durchgeführt und die Nachbereitungen konnten beginnen. Gegen 22:00 Uhr war dieser Einsatz für das THW beendet. Ein Mensch war gestorben und die Helferinnen und Helfer nehmen Anteil daran und sprechen den Angehörigen ihr Beileid aus. Jede Hilfe kam zu spät, doch diesmal konnten wir schnell Gewissheit schaffen. Berichte auf anderen Internetseiten: Freiwillige Feuerwehr Pinneberg, mehr Kreisfeuerwehrverband Pinneberg, mehr Pinneberger Tageblatt (SHZ): Toter Mann aus Pinnau geborgen (28.12.2012, 19:48h) Informationen zur Fachgruppe Wassergefahren (Typ A) mit Videofilm, mehr


  • FFW Pbg

  • Bootseinsatzstelle Pbg-Hafen

  • Tauer der BF- Hamburg nach dem Einsatz

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